Freitag, 30. Oktober 2009

Recht kommt von Rechnen

Jeder, der in dieser, unserer Gesellschaft etwas auf sich hält, fordert mehr Zivilcourage. Es gibt einen einfachen Weg, soziales Engagement zu fördern und gleichzeitig eine gerechtere Welt zu schaffen. Leistungen die der Gesellschaft zu Gute kommen, sollten gegen Straftaten aufgerechnet werden. So könnte beispielsweise die Hilfe bei einem Unfall, das Rufen des Krankenwagens oder das verhindern einer Kneipenprügelei mit geringfügigen Straftaten, beispielsweise im Zusammenhang mit weichen Drogen oder Ruhestörung verrechnet werden. Wer sich gut verhält und anderen hilft, darf auch mal über die Stränge schlagen.
So würden viele, die ein Verbrechen beobachten, beherzt eingreifen und Schaden verhindern, um die Sicherheit zu erhalten, den ein oder anderen Strafzettel damit tilgen zu können. Die Menschen würden sich aus Eigennutz für andere engagieren. Wäre das nicht nett?

D.S.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

40 Jahre Monty Python

Zum Jubiläum der seltsamen Truppe möchte ich meinem Publikum den exzellenten Monty-Python-YouTube-Channel nicht vorenthalten. Monty Python hätten den Literaturnobelpreis mehr verdient als Günter GraSS oder Herta Müller. Die Pythons haben die Welt erkannt und in ihrem Werk nahezu vollständig und treffend beschrieben, dass sie dazu nicht wirklich Romane schreiben mussten, ehrt sie in meinen Augen noch mehr. Ein kleines amuse-gueule gibt's schon mal hier:



D.S.

Montag, 19. Oktober 2009

Liebe ist für alle da (2009)

Das neue Album von Rammstein ist da. Wie versprochen folgt eine Besprechung stante pede.
Die Praxis, jedes Lied von einem von circa sechs Archetypen abzuleiten sorgt dafür, dass viele Lieder ihrer Diskographie ähnlich, um nicht zu sagen gleich klingen. Nach der eher enttäuschenden Single "Pussy", die mit wenig kreativen Texten und Schrabbelkrachmachsound wie Neuauflagen von "Bück dich" (1997) bzw. "Rammstein" (1995) klingt, war eher wieder ein Metalpopalbum wie "Rosenrot" (2005), also für Angelsachsen und 14-jährige Nietenträger, zu erwarten.
Aber: Nichts Da! Der Korbflechter hat Humor und Stil wieder entdeckt und präsentiert sein Oevre mal hart ("Waidmanns Heil!"), mal locker ("Haifisch"), mal sehr zart ("Frühling in Paris"), wobei er sich zeitweise wieder in der lindemannschen Mehrsprachigkeit versucht. Besonders amüsant sind die intertextuellen Verweise, die Tills lyrische Reputation hochhalten sollen (z.B. "Und der Haifisch, der hat Tränen..."). Auch die Kommentare zu Zeitgeist, Politik und Nachrichtenlagen sind in guter alter brachialustigen Manier in grossen Brocken auf dem Album zu finden: Fritzl, Finanzkriese und Porno tanzen einen frohen Reigen zu solidem Beat und metallischen Gitarren, die manchmal wenig melodisch klingen. Aber mal ehrlich, hört man Rammstein nicht genau deswegen?
Wie auf jedem bisherigen Album der deutschen Aushängeband, kommt das Sahnehäubchen - die Balade - zum Schluss: "Roter Sand" ist eine Westerngeschichte, die leider nur leidlich nach Ennio Morricone klingt, aber trotzdem schön ist.

"Liebe ist für alle da" bringt wenig neues, aber dafür viel Altes, was im Falle Rammstein durchweg positiv zu werten ist. An "Reise, Reise" oder "Mutter" reicht es leider auch diesmal nicht ran.

D.S.

Freitag, 16. Oktober 2009

Historiographie

"Geschichtsschreibung ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln"

Dienstag, 13. Oktober 2009

Meditation heute

Medienkonsum ist Meditation über die Welt und die Kultur. Der zeitgemässe Zenmönch der westlichen Welt meditiert über eine spezifische Form des Nichts: die postmoderne Kultur. Er versenkt sich gänzlich darin, indem er Medien im Überfluss konsumiert und sich (mit Körper Geist und Seele) gänzlich darin versenkt.

Sich treiben lassen im audiovisuellen Rauschen, der Vergänglichkeit entgegen.
Wissen empfangen und wieder gehen lassen, der Einsicht entgegen.
Unterbewusste Reflektion bewusst geschehen lassen, der Erleuchtung entgegen.
Einen Blogeintag darüber schreiben, dem Nonsense entgegen.

D.S.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Mit Kiz und Kagan

Wer hätte gedacht, dass ein schlechtes Lied, rückwärts abgespielt, besser (wenn auch immernoch nicht gut) klingt. Vielleicht ist auch lekreM alegnA kompetent und nagaK treboR ein dezidierter Linker.
Apropos...Robert Kagan hat übrigens gestern eine hervorragende Analyse der momentanen Lage der Grossmächte gehalten. Diesen, wie auch andere Vorträge können hier angehört werden.

.S.D

Montag, 5. Oktober 2009

G - Ein Pirat googelt einen Mörder

Piraten aller Länder trauert!
Der Herrscher des Internets, Google genannt, hat sich gegen euch gewendet!
Eure letzte Hoffnung ist Bing!

D.S.

Samstag, 3. Oktober 2009

Van Gogh desu!

Vincent van Gogh gilt als einer der Begründer der modernen Malerei und war somit, per definitionem, seiner Zeit voraus. Wie weit er allerdings seine Zeit überholt - ja sogar überrundet - hat, scheint im Allgemeinen unbekannt zu sein. Der gute Vince war ein Wapanese und Weeaboo und somit auf der postmodernen Seite des Lebens.
Ob er Cosplay betrieben und Anime geguckt hat wissen wir nicht, seriöse Van-Goghologen gehen allerdings davon aus. Dagegen als gesichtert gilt, dass er, wegen seiner Obsession für Japan noch heute bei Furrys in aller Welt beliebt ist. Als Vertreter des Japonismus ist es also auch ihm zu verdanken, wenn bald Tentacle Rape auch hier als hochkulturelle Angelegenheit akzeptiert wird.


Portrait of Père Tanguy
:
Van Gogh, 1887-88


Vincent van Gogh (1953-90) vs. Keisai Eisen (1791-48)


ありがとうございます für die Aufmerksamkeit,
D.S.