Dienstag, 31. März 2009

Charts mal anders

Wirtschaftskrise. Ich weiss, es ist kaum mehr erträglich: Ständig nur noch Krisekrisekrise. Da dieser Topos aber scheinbar unumgänglich ist versuchen wir heute mal, uns mit einer angenehmen Seite des Untergangs zu beschäftigen. Kunst im Untergang:



Das Video stammt von Johannes Kreidler, einem Künstler, der auch sonst ganz lustig zu sein scheint. Halten wir also die Augen offen, nach weiteren Möglichkeiten uns die Krise amüsant zu gestallten.

D.S.

Samstag, 28. März 2009

Die Wahrheit könnte kommen

In Deutschland geht man daran die Meinungs- und Informationsfreiheit auszuhebeln (Stichwort: Kinderpornos) und den Souverän zu entwaffnen (Stichwort: Amokläufe). In England bildet man 60 000 Bürger als Stasi-IMs aus - oh pardon, ich meinte natürlich um "auf Terrorangriffe zu reagieren".
Wenn von unseren Regierungen derartige Vorkehrungen getroffen werden, könnte man doch eigentlich davon ausgehen, dass sie uns bald mit einer Wahrheit vertraut machen möchten, auf die wir etwas verärgert reagieren könnten. Was wird es wohl sein? Gibt es keinen Weihnachtsmann? Ist die Erde doch eine Scheibe? Waren die Milliardenschenkungen ein Griff ins Klo? Wird das Volk jetzt abgewählt? Lasst uns hoffen, dass man in den Führungsetagen unserer Gesellschaft wenigstens über den Mut verfügt uns mitzuteilen, warum man ein kollektives Gefängnis einer demokratischen Gesellschaft vorzieht.

Gespannt,
D.S.

Dienstag, 24. März 2009

Erkenntis

In einer Diskussion mit einer Kunsthistorikerin kam eine kleine Wahrheit zu Tage, die ich der Welt nicht vorenthalten kann:

Männer reifen mit zunehmendem Alter wie guter Wein, Frauen wie (guter) Käse.

D.S.

Montag, 23. März 2009

Der Zukunft zugewandt

Sloterdijk zitiert in einem ziemlich konfusen und ziemlich selbstgefälligen Interview Richard Rorty:
"Richard Rorty hat seine Kollegen in den philosophischen Departments und Humanwissenschaften einmal etwas bitter als „detached cosmopolitan spectators“ bezeichnet. Er meinte damit: Sie reden von der Krise wie von einer Operninszenierung. Allenfalls blicken sie mit dem Opernglas auf die Katastrophen an der Peripherie, ohne zu begreifen, dass viele Desaster, die sich heute ereignen, nicht nur ihren eigenen Unheilsgehalt haben, sondern auch Zeichenqualität für unsere Zukunft besitzen."
Wer sich darin wiedererkennt, der hebe jetzt sein Opernglas.
Die Kritik ist in gewisser Weise berechtigt; leider ist Rorty politsch liberal und philosophisch mindestens halber Dekonstruktivist (und in Wahrheit, anders als Sloterdijk behauptet, kein bisschen "bitter"). Interessanterweise berufen sich wahrscheinlich alle Seiten (die Zyniker, die Ignoranten, die Idealisten, d. h. die Dummen, die Postmodern-Politischen, etc.) mehr oder weniger auf die gleichen Grundwerte. Natürlich in einem rein negativen Sinne: Sie berufen sich vor allem auf die mutige Emanzipation von schlechten, überkommenen Grundwerten.
Kurz, es scheint sich eine Debatte anzukündigen, bei der mal wieder sämtliche Rollen von Arschlöchern besetzt sind.
Gegen die Oper, gegen das Leben:
T. H.

Samstag, 21. März 2009

Neue Helden braucht das Land

Unsere Zeit braucht Helden, das ist jedem klar. Ich schlage die Samurai Pizza Cats vor. Diese Katzen bringen alles mit, was ein Held in der Postmoderne so braucht: Sie sehen lustig aus (Unterhaltung), sie sind cybernetisch modifiziert (Technik), sie kommen aus Japan (Globalisierung), sie dissen die Teenage Mutant Ninja Turtles (Konkurrenzdenken) und vor allem: Sie kämpfen für Recht und Pizza! (Werte).
Lasset sie euch ein Vorbild sein: Die Samurai Pizza Cats!



D.S.

Freitag, 20. März 2009

Gasteintrag zur Wirtschaftskrise

Bin heute bei bildschirmarbeiter.com auf das folgende Video gestossen:

Link: Kick it2


So stelle ich mir die momentane Wirtschaftslage vor. Der Hosenscheisser ist das Wirtschaftssystem, der Ball die Finanzkrise. Hosenscheisser muss Ball so weit wie möglich wegballern - kontrolliert am besten. Das Problem ist nur, er hat keine Ahnung wie er das anstellen soll.
Die einzelnen Teilsysteme der Wirtschaft funktionieren noch mehr oder weniger, aber das Gesamtsystem kriegt einfach das Kunststück nicht hin, die koordinierte, komplexe Aktion zu starten und sie erfolgreich zu beenden. Alle Körperteile machen irgendwas in eigener Sache, hampeln unbeholfen herum und blockieren so den Organismus als ganzes. Das Nervenzentrum kann ob seiner eigenen Hilflosigkeit nur noch schreien.
Im Sinne von Hollywood möchte ich das System anherrschen: Merrill, HAU DAS DING WEG!

gameria

Dienstag, 17. März 2009

Politik für's Präkariat

Um die Bevölkerung wieder zu repolitisieren, sollte man Wahlen durch Castingshows ersetzen. Moderiert von je einem Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Journalismus und Kabarett. Das Volk verfügt über zwei Stimmen. Bei Gleichstand müssen die Politiker (alleine oder in Teams), bestimmte Aufgaben lösen. Der Punktsieger gewinnt. Über die Aufgaben wird, während einer Legislaturperiode, in regelmässigen Abständen vom Volk abgestimmt.

D.S.

Montag, 16. März 2009

Fritzl (Almdudler + Wodka)

Die Bürokratie des Rechtsstaates treibt manchmal obskure Blüten. Im Fall des Josef "Australia" Fritzl ist allen Beteiligten ungefähr klar was passiert ist. Die Juristen streiten noch darum ob Sklavenhandel vorliegt oder nicht. Warum muss man in diesem Fall aufwendig prozessieren? Der Mann gehört in eine psychatrische Anstalt, wo er den Rest seines Lebens evaluiert und wissenschaftlich erforscht werden sollte. Dieser Fall ist relativ einmalig und interessant für alle, die in die Abgründe der menschlichen Natur blicken wollen. Ihn in ein Gefängnis zu stecken wäre also ein Verlust für Wissenschaft und Menschheit.
Fritzl ist mehr als ein gewöhnlicher Verbrecher; er ist ein Symbol (für was auch immer) geworden und deshalb gebührt ihm eine popkulturelle Ehrung:

Der "Frizl":
1 Teil Wodka
2 Teile Almdudler

(Optional: 1 Teil Moralin - Man sollte beim ersten Trinken auf die Opfer von Josef F. anstossen)


Prost,
D.S.

Freitag, 13. März 2009

Helvetias Untergang

Die Schweiz hat ihre Zukunft verloren. Indem jetzt nicht nur bei Steuerbetrug, sondern auch bei Steuerhinterziehung Amtshilfe, sprich Informationsweitergabe, erlaubt wird, ist das Bankgeheimnis recht nutzlos geworden. Je mehr Informationen über Geld auf ihren Banken die Schweiz an ausländische Regierungen weitergibt, desto weniger Geld wird in der Schweiz liegen.
Warum die Schweiz nicht eher in den Krieg zieht, als diesen Vorteil aus der Hand zu geben, fällt mir schwer zu verstehen. Die gespaarten Steuern der Anleger sind, meiner unbescheidenden Meinung nach, die Grundlage des Wohlstandes dieses kleinen Landes.

Vielleicht sollte sich die Schweiz jetzt auch noch der EU und der Eurozone anschliessen, dann geht der Niedergang noch schneller. Was nützt die direkteste Demokratie, wenn über die wirklich wichtigen Dinge nicht abgestimmt wird?
Schade eigentlich, es war so nett hier.

D.S.

Donnerstag, 12. März 2009

Die Freizeit des jungen K.

,,Jemand mußte Tim K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, lief er eines Morgens Amok."

Nachdem Tim Kretschmer, oh pardon, Tim K., 15 seiner Mitmenschen in die ewigen Jagdgründe geschickt hat breitet sich wie jedes Mal eine Welle der Empörung aus. Von "geschockt" bis "zutiefst erschüttert" bekommen wir von Politikern aller Parteien innovative Antworten auf den Amoklauf.
Allerdings ist, neben den Opfern, auch noch ein Vogel abgeschossen worden. Der Flattermann musste seine Federn gegen 18.40 (Ortszeit) lassen, als auf der Pressekonferenz verkündet wurde, höchste Priorität hätte nun die Sicherung und Sichtung von K.s PC und der Musik, die er gehört habe und eine gründliche Evaluation seiner Kleidung. Dass Tim auch Tischtennis gespielt hatte wurde von Behördenseite fahrlässigerweise übergangen.
Das einzige was solche Tragödien in Zukunft verhindern kann ist doch offensichtlich ein striktes Verbot von Tischtennis für Jugendliche, wenn nicht, unter Haftandrohung, für alle.

Lieber be- als getroffen,
D.S.

Dienstag, 10. März 2009

Diaspora

Nach meinem äusserst angenehmen Kurzurlaub in Port de Soller, Mallorca, gewinne ich zunehmend den Eindruck, dass die Deutschen ihr Land massenweise und in alle Richtungen verlassen. Wir hatten das ja schon öfter in der Geschichte.
Da Deutschland inzwischen bekanntlich ein Einwanderungsland ist und die Deutschen zu Tausenden auswandern muss sich die Erde unserer Heimat nicht fürchten unbestellt zu bleiben.

Wenn also die Deutschen bald, fast vollständig, in der Diaspora leben und Andere in unserem ehemaligen Land wohnen, weckt das doch gewisse Assoziationen. Die Frage ist dann nur noch wann und von wem wir vergast werden. Unsere Nachkommen dürfen sich auf innovative Siedlungspolitik in Sachsen und Angriffe mit selbstgebastelten Raketen freuen. Und vielleicht bekommen dann auch wieder eine Mauer.

D.S.

Donnerstag, 5. März 2009

Jeden Tag eine gute Tat

Wir alle kennen das Motto der Pfadfinder; den Umständen unserer Sozialisation entsprechend finden wir es vor allem ein bisschen lächerlich, allenfalls noch süß - was etwa auf das gleiche hinausläuft. Es kommt die berechtigte Frage auf, wie sinnvoll es ist, Plätzchen zu backen oder bescheuerten alten Frauen über die Straße zu helfen.
Dabei ist der altruistische Ansatz der Pfadfinder prinzipiell ein durchaus sympathischer. Er müsste lediglich geringfügig modifiziert werden - d. h., den tatsächlichen Quellen der Freude und des unschuldigen Glücks unserer hartherzigen Zeit angepasst. Erst hier gewinnt das Schenken wieder seine liebliche, fast rührende Ernsthaftigkeit.
Kurz und gut schlage ich folgenden Slogan für alle Pfadfinderinnen von zehn bis vierzehn vor: Jeden Tag ein Blowjob.
Im großen Stil aufgezogen (vorherige Ausbildung, systematische und gerechte Verteilung, Ehrenabzeichen für besondere Erfolge etc.), könnten die kleinen Engel mit nur geringem Aufwand einen beträchtlichen Beitrag zu einer friedlicheren, entspannteren freien Welt leisten. Ein sanftes Stöhnen läge über den Wolkenkratzern und Autobahnen der Postmoderne.
T. H.
PS: Für die Ausbildung der ersten Kohorten dieser Armee des Glücks schlage ich R. M. vor, die ihr Talent sicherlich mit größter Freude in den Dienst der guten Sache stellen würde.

Mittwoch, 4. März 2009

Turbogerechtigkeit

Es ist eine Plattitüde, dass unser Rechstsystem für Würdenträger jeder Couleur etwas anders läuft, als für Normalsterbliche. Dass ein deutscher Ministerpräsident aber jetzt widererwartend wegen fahrlässiger Tötung verurteilt (Strafe: 33.300 Euro) wurde hat offenbar Verwirrung in der deutschen Politikerkaste ausgelöst. Vorallem weil das Verfahren schnell ging, was in Deutschland scheinbar weder möglich noch gewünscht ist. Allerdings ist es auch einfacher einen Piefke zu verurteilen als einen Politiker.
Jetzt stellt sich nur noch die Frage ob ein zertifiziert fahrlässiger Mensch (dabei liess er sein Opfer doch eben nicht fahren, oder?) für den Posten als Landesvater geeignet ist. Aber vermutlich ist genau diese Eigenschaft ein Einstellungskriterium. So oder so macht die Tatsache Hoffnung, dass er dem Tod offenbar nur knapp entgangen ist. Politiker, geht Skifahren!

D.S.

Montag, 2. März 2009

Die Perfekte Gesellschaft IV: Die Umsetzung

Sobald unsere Kooperative eine gewisse Grösse erreicht wird es sich Zweifellos als Vorteil erweisen dazuzugehören, evolutionär, machtpolitisch und im Alltag. Sobald wir technisch dazu in der Lage sind, werden sich Freiwillige für dieses Experiment finden. Der Rest, die Assimilierung der gesamten Gesellschaft, ergibt sich von selbst. Die perfekte Gesellschaft ist zum greifen nahe.

D.S.